BUND Ortsgruppe Pfinztal

Tag der Artenvielfalt 2020

Im Sonnental (Pfinztal-Söllingen)

Trotz "Corona" hatte die BUND-Ortsgruppe Pfinztal auch in diesem Jahr wieder eingeladen, mitzumachen bei einer Aktion zum "Tag der Artenvielfalt". Wie jedes Mal seit nunmehr bereits 13 Jahren war es das Ziel der Aktion, in einem ausgewählten Gebiet an dem Tag möglichst viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu entdecken und zu bestimmen. Zielgebiet war in diesem Jahr eine Wiese direkt am Waldrand im Sonnental bei Pfinztal-Söllingen, in der auch ein kleiner, künstlich angelegter Teich liegt. Er wurde vor Jahren primär als Regenwasser-Pufferspeicher angelegt, wurde aber schnell von Amphibien als Laichgewässer angenommen.

14 Erwachsene und sechs Kinder und Jugendliche folgten am 20. Juni 2020 der Einladung und kamen zum Botanisieren und zur "Kleintierjagd" ins Sonnental. Fleißig wurden Bestimmungsbücher gewälzt und im Laufe des Nachmittags 88 verschiedene Pflanzenarten bestimmt, von der Kleinen Wasserlinse über sieben verschiedene Gräser und vier Kleearten bis zur Wiesen-Glockenblume und der leuchtend roten Kartäusernelke.
Daneben wurden 86 Tierarten entdeckt, von denen viele erst im Nachhinein anhand von Fotoaufnahmen bestimmt werden konnten. Insgesamt wurden also innerhalb von ca. 2 ½ Stunden 174 verschiedene Arten auf der Fläche erfasst.

Bei den entdeckten Tieren handelt es sich um vier Vogelarten (Zaunkönig, Stieglitz, Singdrossel und Mäusebussard), drei Amphibien- (Springfrosch, Teichfrosch und Feuersalamander - Letzterer als Larve im Teich) und zwei Reptilienarten (Zauneidechse und Ringelnatter), einige Spinnen und Asseln und in der großen Mehrzahl um Insekten.
Unter den Insekten fanden sich je 14 Käfer- und Schmetterlingsarten, 12 Fliegen-/Mückenarten, 8 Wanzen- und 7 Bienen-/Wespenarten sowie drei verschiedene Libellen, die Große Pechlibelle, die Hufeisen-Azurjungfer und die Frühe Adonisjungfer.
Erwähnenswert unter den gefundenen Schmetterlingen sind der Kaisermantel, der Braunkolbige Braun-Dickkopffalter sowie als Besonderheit der Hornissen-Glasflügler, ein tagaktiver Nachtfalter mit größtenteils unbeschuppten, durchsichtigen Flügeln.

Am späten Abend, von 22 Uhr bis Mitternacht, gab es dann für "Nachtschwärmer" noch eine Nachtfalteraktion, bei der mittels Leuchtfalle 44 verschiedene Nachtfalter- und acht sonstige Insektenarten angelockt und erfasst wurden.Dadurch erhöhte sich die Gesamtzahl der an dem Tag nachgewiesenen Arten auf 226.
Die komplette Artenliste finden Sie hier.
Die hohe Artenzahl und auch das Spektrum der gefundenen Arten zeigen, dass der untersuchten Fläche eine sehr hohe ökologische Wertigkeit zuzuschreiben ist.

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